Grundregeln typografischer Gestaltung

Bunte Möglichkeiten der typografischen Gestaltung | BANNERKÖNIG

So vermeiden Sie Satzunfälle auf Ihren Drucksachen

Die Typografie spielt eine entscheidende Rolle in der medialen Gestaltung. Unabhängig vom gewählten Medium ist es Ihr wesentliches Ziel, den Inhalt eines Textes visuell zu unterstützen. Gestalterisch bewegt man sich dabei im Spannungsfeld zwischen optimaler Lesbarkeit und aufmerksamkeitsförderndem Erscheinungsbild. Dabei geht es um mehr als die Wahl der passenden Schriftart für die eigene Website, den Blog oder eben für Printprodukte. Dennoch gehört die Typografie zu den am häufigsten vernachlässigten Disziplinen im Grafikdesign.

Die typografische Gestaltung werblicher Druckerzeugnisse wie Banner, Folien oder Roll-Ups stellt jedoch eine besondere Herausforderung dar. Denn einerseits gilt es, den Betrachter innerhalb weniger Augenblicke davon zu überzeugen, dem Werbemotiv seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Andererseits muss ihm ein eindeutiges Verständnis von Inhalten sowie Handlungsaufforderungen ermöglicht werden.

Beim Einsatz von Schriftarten, Zeilenabständen und Schriftformatierungen kann man in dieser Hinsicht einiges falsch machen. Damit das Layout Ihrer großformatigen Drucksachen typografisch einen professionellen Eindruck hinterlässt, haben wir für Sie einige einfach zu befolgende Grundregeln formuliert.

1. Wählen Sie eine Schrift, die zu Ihnen passt

Betrachter verbinden mit verschiedenen Schriftarten unweigerlich bestimmte Inhalte. Wählen Sie bei der Gestaltung von Druckerzeugnissen die Schriften so aus, dass sie zu Kernaussage und Image des beworbenen Gegenstands passen. Während Sie etwa für Kanzleischilder eine sachliche Schriftart bevorzugen sollten, darf bei Plakatwerbung für Konzerte und sonstige Veranstaltungen auch ein an Schreibschrift angelehnter Font verwendet werden.

2. Kombinieren Sie nie mehr als zwei bis drei Schriften miteinander

Ein zu häufiger Wechsel zwischen verschiedenen Schriftarten erzeugt Unruhe und geht zu Lasten der Lesbarkeit. Aus diesem Grund sollten Sie die Anzahl der auf einer Druckfläche verwendeten Schriften möglichst niedrig halten. Für ein einheitliches Erscheinungsbild ist es zudem vorteilhaft, wenn alle Fonts aus derselben Schriftfamilie stammen.

3. Setzen Sie Schriftformatierungen sparsam ein

Einzelne Wörter oder Phrasen eines Textes lassen sich durch Fettung, Kursivschrift sowie Unterstreichung hervorheben. Auf großformatigen Werbemitteln sollte der Textanteil jedoch eher gering ausfallen und sich auf die wesentlichen Angaben beschränken. Aus diesem Grund sind derartige Formatierungen selten notwendig und können schlimmstenfalls sogar den Lesefluss stören.

4. Definieren Sie eine leserfreundliche Zeilenlänge

Wenn Sie längere Texte in Ihrem Layout platzieren möchten, sollte die Länge einzelner Zeilen nicht zu kurz oder zu lang ausfallen. Beides kann die Betrachtung eines Werbemotivs erheblich erschweren. Der Richtwert für die optimale Zeilenlänge einfacher Printprodukte liegt bei 5 bis 10 Wörtern (ca. 40 bis 50 Zeichen). Je nach gewähltem Werbemittel, etwa für Fahnen oder Beachflags, sollten Sie sich für eine optimale Lesbarkeit jedoch noch deutlich kürzer fassen.

5. Achten Sie auf genügend Abstand zwischen den Zeilen

Nur mit ausreichendem Zeilenabstand kann ein angenehmer Lesefluss gewährleistet werden. Dieser ergibt sich aus der Schriftgröße sowie dem sogenannten Durchschuss, also dem freien Raum zwischen zwei Textzeilen. Letzterer sollte deutlich mehr als ein Fünftel der Schriftgröße betragen. Für Text in Schriftgröße 18 Punkt benötigen Sie beispielsweise mindestens einen 4 Punkt messenden Durchschuss, wodurch sich ein insgesamt 22 Punkt messender Zeilenabstand ergibt.

6. Sorgen Sie für Weißraum zwischen Schrift und Grafiken

Diese druckfreien Flächen sind ein wichtiger Bestandteil guter (typografischer) Gestaltung, da sie die Leserlichkeit eines Druckmotivs erheblich verbessern. Wird hingegen nicht genügend Weißraum zwischen einzelnen Gestaltungselementen gesetzt, wirkt das Gesamtbild meist überfrachtet.

7. Legen Sie sich auf eine einheitliche Typografie für Web und Print fest

Damit ist konkret gemeint, dass Sie eine bereits für Homepage oder Blog ausgewählte Schrift bzw. Schriftfamilie auch für Drucksachen verwenden sollten. Weichen Kommunikationsmittel in Web und Print typografisch voneinander ab, wirkt dies auf Außenstehende schnell inkonsistent und damit unprofessionell.

Die Typografie ist nur ein Gestaltungsmittel von vielen. Erfahren Sie in folgendem Beitrag, welche weiteren Grundlagen ansprechender Werbemittel bei der Gestaltung eines wirksamen Druckmotivs zu beachten sind.